Spenden und Informationen

Hervorgehoben

HELFT DEN BAHNHOFSWALD ZU RETTEN: MIT EINER SPENDE
Artenschutzgründe sind das eine, Verfahrensmängel das andere.
Es gibt gute Gründe gegen das geplante Bauvorhaben zu klagen.
Das schaffen wir nur mir Eurer Unterstützung. Jeder Beitrag hilft. Bei Fragen zum Thema oder zum Spenden, gerne an wald@grain.one.

Hier gehts zum Film und zum Crowdfunding.

Diskussion der BI und der Aktiven mit den Investoren

im Offenen Kanal: »Flensburg Aktuell« (Okt. 2020)

Spendenkonto bei der GLS-Bank: IBAN DE42 4306 0967 1018 7219 01
Kontoinhaberin Chr. Schmitz-Strempel – Verwendungzweck: „Bahnhofswald“

Christiane Schmitz-Strempel

Schönfärberei von Umweltzerstörung

Am Mittwoch 21.10. brachte Fl. Avis auf der Rückseite einen Artikel darüber, dass es wegen des Klimawandels weltweit in den letzten 20 Jahren doppelt so viele Katastrophen gab wie vorher. Und im Leitartikel berichtete Jørgen Møllekær darüber, dass in der EU 81% der Lebensräume in mangelhaftem Zustand sind, was das Artensterben verursacht. Dies liege neben dem Pestizideinsatz in der Landwirtschaft daran, dass die Städte immer mehr Naturräume fressen. Heute Donnerstag lesen wir, wie das in Flensburg funktioniert: FFG will 5000 m² Wald für Panzerbauhallen zerstören, und Lennart Adam gibt die PR-Offensive der Investoren des Bahnhofshotels wieder, die offensichtlich demnächst die Räumung des besetzten Bahnhofswaldes veranlassen und mit der Zerstörung des Waldes hier anfangen wollen! Anscheinend fürchten sie einen großen Image-Schaden, und ja: genau den werden sie verursachen. Sie müssten mal erleben, mit wieviel Empörung sehr viele Passanten in der Bahnhofstraße reagieren, wenn sie von den Plänen erfahren. Kaum einer findet das Projekt gut. Und eine gewaltsame Räumung von Menschen, die sich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzen, wäre erst recht total unpopulär.

Wie immer versuchen sich die Investoren in Schönfärberei. Es ist gelogen, wenn sie behaupten, die Gefahr eines Hangrutsches sei widerlegt: tatsächlich ist sie nicht einmal untersucht worden! Es ist gelogen, wenn sie behaupten, der Wald bliebe erhalten, die gezielten „Entnahmen“ würden mehrfach ausgeglichen. Tatsächlich wird das meiste Grün beseitigt werden; wenn man all die Bäume mitrechnet, die mindestens so groß wie die neu zu Pflanzenden sind, käme man auf viele Hunderte von Bäumen, die gefällt werden sollen. Wollte man die alle wirklich in ihrer Klimawirkung ausgleichen, müsste man tausende neu pflanzen. Und selbst das wäre kein gleichwertiger Ersatz: es bräuchte Jahrzehnte, bis sich in der Neupflanzung ein Lebensraum entwickelt hätte wie in dem alten Wald. Die Zeit haben wir gar nicht. Und das wäre dann außerhalb der Stadt, die segensreiche Wirkung des Waldes auf das Stadtklima wäre trotzdem weg. Hier vor Ort blieben nur einige vereinzelte Bäume, kein Wald. Was für eine anachronistische Dummheit: andere Städte pflanzen kleine innerstädtische Wälder, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Stadt lebensfreundlich zu halten, und hier soll ein alter, gesunder Wald in der Stadt zerstört werden!

Meine Hoffnung ist, dass die Gerichte noch rechtzeitig diesem Unsinn einen Riegel vorschieben, und dass dann vielleicht ernsthaft über andere Möglichkeiten gesprochen werden kann. Die Stadt könnte z.B. den Investoren einen Grundstückstausch anbieten und den Wald unter Schutz stellen.

Die Investoren möchten eine friedliche Lösung. Sie haben sie in der Hand! Warten Sie doch einfach mit allen Maßnahmen, bis Richter den Konflikt geprüft und gesprochen haben. Für die Lösung von festgefahrenen Konflikten haben wir in Deutschland unabhängige Gerichte. Bieten Sie den Baumbesetzern eine Garantie an, dass keinerlei vorbereitende Maßnahmen erfolgen, bis ein Gericht geprüft hat, ob dieser Bebauungsplan zu Recht besteht. Dann können sie freiwillig abziehen, vorher nicht.

Dr. Helmreich Eberlein

Bahnhofswald Flensburg: Niemand will eine Mauer bauen

UmweltaktivistInnen und interessierte BürgerInnen am Bahnhofswald – Foto: Jörg Pepmeyer

Unter der Überschrift „Fake News über Rodung des Bahnhofswaldes“ hatte die Flensborg Avis am 05. Oktober 2020 berichtet, dass eine Räumung und Rodung des Bahnhofswaldes nicht vorgesehen sei. (Der Avis-Artikel ist ganz am Ende dieses Beitrags dokumentiert) Dabei waren am Vormitag des 2. Oktober tatsächlich Mitarbeiter eines Gartenbaubetriebs mit technischem Gerät erschienen, um im Auftrag des Hotelinvestors „untermaßige“ und „Gefährdungsbäume“ im Bahnhofswald zu fällen. Dieses Vorhaben wurde jedoch durch die Anwesenheit zahlreicher UmweltaktivistInnen im Wald unterbunden. Dazu auch

ein Beitrag von Dr. Ralf Cüppers

Niemand hat die Absicht gleich mehrere Mauern für ein Hotel zu bauen. Und niemand hat die Absicht, dafür den Bahnhofswald zu roden.
Und die Bürgerinitiative, die noch versucht, den Abholzungswahnsinn auf dem Rechtswege zu stoppen, und die Besetzer, die die Baumfällungen seit dern 1. Oktober verhindern, seien „Fake News“ aufgesessen, wenn man dem Pressesprecher der Stadt Flensburg, so wie er von unserer Avis zitiert wurde, Glauben schenkt. Der Beitrag bestreitet gar nicht, dass Baumfällungen stattgefunden hätten. Nur seien sie nicht für den Hotelbau, sondern für „Probebohrungen“.

„Untermaßige“ Bäume im Bahnhofswald. Mit Schildern wurden diese Bäume von den AktivistInnen gekennzeichnet, um deutlich zu machen, dass viel mehr Bäume von der Fällung bedroht sind, als von der Stadt behauptet.

Zwei wichtige Fragen beantwortet der „Fake News“-Beitrag leider nicht.
1. Welchen Sinn machen „Probebohrungen“ im Bahnhofswald, wenn sie nicht der Vorbereitung des Hotelbaus dienen?
Ein Statiker bräuchte sicher Informationen darüber, wie tief unter dem Humus des Waldes und dem durch die Quelle nassen, weichen Boden ein festes Gestein zu finden wäre, auf dem die Fundamente eines monströsen Bauwerkes am Hang angebracht werden könnten. Wenn das Gelände nicht bebaut werden soll, braucht niemand „Probebohrungen“. Ölvorkommen, die mitten in Flensburg gefördert werden sollen, sind dort wohl kaum zu erwarten.
2. Wie heißt das Garten- und Landschaftsbauunternehmen, das für die Bauspekulanten die Drecksarbeit zu machen bereit ist, jetzt die „untermaßigen“ Bäume und die Bäume für die „Probebohrungen“ zu fäIlen?
Das wäre für die Bürger von Flensburg, denen das Grün in der Stadt wichtig ist, eine Information von Bedeutung. Denn sollte es derselbe Kleinunternehmer sein, der bislang die Hecke, Obst- und Ziergehölze um meine Arztpraxis beschneidet, dann würde ich künftig ein anderes Untemehmen beauftragen. Mit einem Landschaftszerstörungsunternehmen, das im Bahnhofswald abholzt, will ich keine Geschäftsbeziehung.
Bereits die Fällung der „untermaßigen“ Bäume und die „Probebohrungen“ müssen verhindert werden. Deshalb ist die Besetzung des Bahnhofswaldes wichtig und richtig . Ich bin zumindest stundenweise dabei, soweit es mein Praxisbetrieb zuläßt. Ich habe bereits für die Finanzierung der Normenkontrollklage der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg gespendet und hoffe, das tun auch noch viele andere Flensburger.

Hintergrund:

Wir möchten zur Frage der Rodung auf einen wichtigen Aspekt hinweisen, den Dr. Helmreich Eberlein von der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg, genannt hat:  Clemens Teschendorf, der Pressesprecher der Stadt Flensburg, wird in der Avis damit zitiert, dass eine Beseitigung von „Sträuchern und untermaßigen Bäumen“ geplant gewesen sei.
„Untermaßig“ sind danach Laubbäume, die nicht unter die Flensburger Baumschutzsatzung fallen, also weniger als 80 cm Stammumfang haben und Nadelbäume, wenn sie unter 100 cm Stammumfang liegen. Das sind im Bahnhofswald die Mehrzahl der Bäume. Also auch stattliche Bäume mit über 70 cm Stammumfang und mehreren Metern Höhe. Wenn die alle gefällt werden, bleibt vom Bahnhofswald und von dem Baumbestand, der keinen Waldstatus hat, kaum noch was übrig.
Insofern kann zumindest vom Versuch einer teilweisen Rodung gesprochen werden, die von den UmweltaktivistInnen erfolgreich abgewehrt werden konnte.

Gegen den geplanten Bau von Hotel und Parkhaus im Bahnhofstal wird die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg Klage erheben. Dafür hat sie ein Crowdfunding gestartet, das zur Finanzierung einer Normenkontrollklage beitragen soll. Wer das Ziel der Initiative unterstützen und sich am Crowdfunding beteiligen möchte, findet weitere Informationen unter: https://www.startnext.com/bahnhofswald-flensburg-retten

Untenstehend dokumentieren wir den oben genannten Artikel der Flensborg Avis

Flensburger Bahnhofswald seit über einer Woche besetzt

Protestplakate am besetzten Bahnhofswald – Foto: Jörg Pepmeyer

Seit über einer Woche halten Klimaaktivist*innen den Flensburger Bahnhofswald besetzt, um dessen Rodung zu Gunsten eines Hotel- und Parkhausneubaus zu verhindern.

Einen ersten Etappensieg sehen sie auf ihrer Seite: „Bereits die erste Woche hat gezeigt, dass die Besetzung als Aktionsform nötig ist. Denn sonst hätten die Rodungsarbeiten bereits begonnen“, erklärte eine Aktivistin. Am zweiten Tag der Besetzung rückten Arbeiter an, inspizierten das Gelände – und zogen wieder ab. In der vergangenen Woche bauten die Baumbesetzer*innen ihr in luftiger Höhe errichtetes „böömdörp“ (Baumdorf) weiter aus. Sie errichteten weitere Plattformen und Verbindungen zwischen den Baumhäusern, die nun auch für das zunehmend ungemütlicher werdende Herbstwetter gerüstet sind.

Aktivist*innen erklettern einen von der Fällung bedrohten Ahornbaum – Foto: Jörg Pepmeyer

Auch am Boden ist einiges los. Aktivist*innen sind rund um die Uhr vor Ort ansprechbar, Presse und interessierte immer willkommen. Immer wieder bleiben Passant*innen stehen, freuen sich über die Aktion und diskutieren mit den Aktivisten*innen. Eine Unterstützungsgruppe auf Telegram hat bereits 100 Mitglieder und Busfahrer*innen grüßen regelmäßig. Viele bieten auf Anfrage schnelle Hilfe oder liefern von sich aus große Mengen an Heißgetränken, Essen und anderen Versorgungsgütern. „Es ist einfach geil hier“, sagt jemand. Denn mit der Besetzung sei auch ein „Kreativ-Freiraum“ geschaffen worden, in den sich viele einbringen können. Vieles passiere „von alleine, aus einer Eigendynamik heraus“. Auch Wissen wird weitergegeben. Interessiere lernen, wie man klettert, Bäume besetzt oder andere Aktionen macht. Ab und an kommt auch die Polizei vorbei – und betont momentan keinen Anlass für eine Räumung zu sehen.

Der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Arne Rüstemeier, war ebenfalls persönlich vor Ort. Er versteht die Aufregung nicht. Schließlich würden für jeden gefällten Baum anderswo vier neue gepflanzt. Die seien jedoch kein angemessener Ersatz für die teilweise 150 Jahre alten Bäume, die im Bahnhofswald nun weichen sollen, entgegnen die Umweltschützer*innen.

Auf dem Gehweg am Bahnhofswald – Foto: Jörg Pepmeyer

Eine 150-jährige Buche etwa nimmt pro Tag bis zu 24 Kilogramm CO2 auf, so viel wie ein Kleinwagen im Durchschnitt auf 150 Kilometer in die Luft pustet. Sie produziert täglich rund 11.000 Liter Sauerstoff, das entspricht in etwa dem Tagesbedarf von 26 Menschen. Über ihre Blätter verdunstet sie täglich bis zu 500 Liter Wasser und sorgt damit für ein kühleres Stadtklima und sauberere Luft. Neupflanzungen könnten das allenfalls in Jahrzehnten ersetzen. Doch das Erdklima steuert rasant auf eine ganze Reihe von Kipppunkten zu, deren Überschreiten katastrophale Kettenreaktionen hervorruft. Einer dieser Punkte wird erreicht, wenn die Kapazitäten der Wälder zur Kohlenstoffbindung zu weit abfallen. Dann geht uns buchstäblich die Luft aus.

Diese Denkweise, nach der man getrost roden könne, wenn man nur für Ersatzpflanzungen sorge, ist leider normal und weit verbreitet, beklagen die Aktivist*innen. Und das sei ein riesiges Problem, das sich nicht nur am Bahnhofswald äußere. Allein für Flensburg nennen sie vier weitere Beispiele. Am Museumsberg sollen Bäume gefällt werden, damit Tourist*innen einen besseren Blick auf die Förde haben. Ebenso soll es Teilen des Baumbestandes im Christiansenpark ergehen. Gerüchteweise soll es an der Nordspitze vom Harniskai Pappeln und in der Duburger Straße Kastanien an den Kragen gehen.

„Dass der Konflikt sogar hier in einer relativ kleinen Stadt wie Flensburg eine solche Dynamik erzeugt, zeigt, wie verfehlt die Prioritäten der Politik sind.“ Doch man könne, wenn man nur wolle. „Es werden Banken gerettet und Konzerne wie Lufthansa mit aller Kraft über Wasser gehalten. Kapitalinteressen sind offenbar wichtiger als Umweltbelange: Bäume, Klima und Stadtökologie interessieren kaum“, schimpft eine der Besetzerinnen. Wären sie nicht hier, hätte man im Bahnhofwald wohl längst Fakten geschaffen. Deshalb freut sich auch die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg über die Initiative der jungen Klimaschützer*innen. Sie sammelt noch Spenden, um den Hotel- und Parkhausbau mit einer Klage zu stoppen. Die Besetzung verschafft ihnen Zeit.

Gegen den geplanten Bau von Hotel und Parkhaus im Bahnhofstal wird die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg Klage erheben. Dafür hat sie ein Crowdfunding gestartet, das zur Finanzierung einer Normenkontrollklage beitragen soll. Wer das Ziel der Initiative unterstützen und sich am Crowdfunding beteiligen möchte, findet weitere Informationen unter: https://www.startnext.com/bahnhofswald-flensburg-retten

Kontakt zu den Aktivist*innen der Waldbesetzung:

rodung@nirgendwo.info

Twitter: @boomdorp

Bahnhofswald Flensburg: Solidarität mit den BaumbesetzerInnen!

UmweltaktivistInnen und interessierte BürgerInnen heute vormittag am Bahnhofswald – Foto: Jörg Pepmeyer

Kommt alle zur Baumbesetzung am Bahnhofswald in Flensburg!

In der Nacht auf den 1. Oktober 2020 haben UmweltaktivistInnen Bäume im Bahnhofswald erklettert und besetzt. Der Wald beherbergt über 150 Jahre alte Bäume, ein Quell- und Feuchtgebiet, ist Heimat geschützter Fledermausarten und soll für den Bau eines Hotels und Parkhauses der Axt zum Opfer fallen.

Die mit dem ersten Oktober beginnende Rodungssaison ist – jedenfalls für einen Großteil der Bäume, die dem Hotel- und Parkhausneubau weichen sollen – eine akute Bedrohung. Lassen wir es deshalb nicht zu, dass für den Profit Einzelner ein wertvolles und innerstädtisches Naturhabitat vernichtet wird.

Die BesetzerInnen brauchen deshalb die praktische und ideelle Unterstützung aller FlensburgerInnen. Gefragt ist alles, was von innen wärmt, heißer Tee, Kaffee und sonstige Getränke. Auch über warmes Essen, Stullen und Obst freuen sich die BesetzerInnen. Wer will, kann sich auch an der Aktion direkt beteiligen. Und auch im Wald ist noch viel Platz…

Teilt bitte unbedingt diesen Beitrag und den Aufruf der BesetzerInnen unten in den sozialen Medien, informiert Eure Freunde, Bekannten und Verwandten, kommt zum Bahnhofswald und stärkt den BesetzerInnen den Rücken.
Kontaktet die BesetzerInnen über Twitter: @boomdorp und per E-Mail: rodung@nirgendwo.info

Auf dem Twitter-Account Böömdörp – Redd de Bahnhoffsbööm! gibt es unter: https://twitter.com/boomdorp zudem die aktuellesten Infos zur Besetzung.

Untenstehend der Aufruf der BesetzerInnen. Anschließend folgt eine Foto- und Infostrecke von der Aktion am heutigen Tag.

„Redd de Bahnhoffsbööm“ – Baumbesetzung am Flensburger Bahnhof

In der Nacht auf den 1.Oktober 2020 haben wir Bäume im Bahnhofswald erklettert und besetzt. Die mit dem ersten Oktober beginnende Rodungssaison ist – jedenfalls für einen Großteil der Bäume, die dem Hotel- und Parkhausneubau weichen sollen – eine akute Bedrohung. Uns geht es mit unserer Aktion nicht ausschließlich um die zum Teil über 150 Jahre alten Bäume, sondern um eine insgesamt vollkommen verfehlte Verkehrs- und Klimapolitik und eine Stadtentwicklung, die die Interessen der Einwohner*innen und der zukünftigen Generationen ignoriert.

Hiermit solidarisieren wir uns mit den Beschützer*innen des Dannenröder Waldes, in welchem ab heute Bäume auf über 60 Hektar Fläche ihr Leben für die Autobahn 49 lassen sollen.

BaumbesetzerInnen erklettern einen großen, von der Fällung bedrohten Ahorn-Baum. Foto: Jörg Pepmeyer

Mit Plattformen und Transparenten, dicken Schlafsäcken und Kletterseil ausgestattet stellen bzw. hängen wir uns den geplanten Fällungen in den Weg. Wir könnten an dieser Stelle lange Ausführungen zu Ahorn und Linde, zur Hanglage, zu Fledermäusen und zur Quelle auf dem Gebiet zwischen Post, Bahnhof und Schleswiger Straße schreiben. Aber die Argumente sind im Grunde allen bekannt und wer vor dem Areal steht und dort ernsthaft ein potentielles Baugrundstück und nicht ein offenkundig erhaltens- und schützenswertes Biotop mitten in der Stadt sieht, der oder die hat Umwelt- und Klimaschutz nicht verstanden.

Wir halten die krampfhafte Ausrichtung der Stadtpolitik auf Wachstum für falsch. Dass dabei vielerorts die Interessen der aktuellen Bewohner*innen Flensburgs auf der Strecke bleiben, sehen wir nicht nur neben der Post. Obwohl es einen Mangel an Fußballplätzen gibt, wurde der Fußballplatz des VfB Nordmark abgerissen, Bäume sollen gefällt und daraus Baugrund gemacht werden. Ein Bauwagenplatz auf dem Handwerker*innen und Künstler*innen leben soll den Bauvorhaben ebenfalls weichen. Die Baubranche Flensburgs hat offensichtlich Vorrang vor unrentablen Projekten, die die Stadt lebenswert und einzigartig machen.

Und auch an weiteren Orten in der Stadt wird es offensichtlich, so sollen auch am Museumsberg Bäume gefällt werden, damit Tourist*innen einen besseren Blick auf die Förde haben. Maßnahmen wie diese, ausgerichtet nicht an den Wünschen der Menschen, die hier leben, sondern an den vermeintlichen Wünschen geldbringender Reisender, sind an Absurdität schwer zu überbieten.

Flensburg braucht nicht mehr Parkplätze, denn der motorisierte Individualverkehr ist – auch elektrisch – kein Zukunftsmodell. Die Fixierung auf den Autoverkehr zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sogar kleinste Verkehrsberuhigungen wie beispielsweise in der Norderstraße nur halbherzig und zögerlich umgesetzt werden. Der dort geplante Poller wird nur außerhalb der Geschäftszeiten den Verkehr regulieren und damit den Autoverkehr tagsüber nicht oder allenfalls wenig reduzieren. Wir brauchen stattdessen eine autofreie Innenstadt und einen ordentlich ausgebauten und kostenlosen ÖPNV.

Und Flensburg braucht auch nicht mehr Tourismus. Es war diesen Sommer wieder spürbar: An warmen Sommertagen sind Innenstadt und Hafenspitze überfüllt. Mehr Hotelbetten machen die Innenstadt nicht größer. Es sollte stattdessen darum gehen, die Schönheit dieser Altstadt vor allem für die Menschen die dort leben zu erhalten statt sie zu optimieren als Gelddruckmaschine. Mehr Tourismus bedeutet auch steigende Quadratmeterpreise und eine aussterbende Innenstadt, weil das Leben dort unbezahlbar wird. Schon jetzt vertreibt die Gentrifizierung beispielsweise kinderreiche Familien und Student*innen-WGs aus der Innenstadt – nicht weil es keine ausreichend großen Wohnungen gäbe, sondern weil die bestehenden zu teuer vermietet werden.

Deshalb: Besetzt die Bäume, ob in Flensburg, im Danni oder Hambi, in Keyenberg, im Teutoburger Wald, im Steigerwald oder in Rumänien, wo die letzten Urwälder gefährdet sind. Bis alle Wälder bleiben!

Kontakt:

rodung@nirgendwo.info

Twitter: @boomdorp

Weitere Informationen:

Zum Flensburger Bahnhofswald: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/
Zur Besetzung im Dannenröder Wald: https://waldstattasphalt.blackblogs.org/
Zum Hambacher Forst auf https://hambacherforst.org/
Zur Besetzung in Keyenberg auf https://unserallerwald.noblogs.org/ bzw https://twitter.com/UnserAllerWald
Zum Teutoburger Wald auf https://www.pro-teuto.de/
Zum Steigerwald auf https://twitter.com/keinhektarmehr
Zu Rumänien: https://www.robinwood.de/pressemitteilungen/protest-gegen-zerstörung-rumänischer-urwälder-für-stromtrasse

Foto- und Infostrecke vom 1. Oktober 2020:

Thomas Gädeke, Helmreich Eberlein und Claus Kühne, alle drei Aktivisten der Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg, zusammen mit LINKE Ratsfrau Gabi Ritter, die die Besetzung und die Ziele der AktivistInnen rückhaltlos unterstützt. – Foto: Jörg Pepmeyer

Die Meinung des Waldes: Ein ziemlich klares Statement. Die Flensburger Ratsversammlung hatte am 25.6. ihre Zustimmung für das Hotelprojekt gegeben. Auch die Grünen Ratsmitglieder stimmten mehrheitlich für den Bebauungsplan Hauptpost und damit für das Ende des Bahnhofswalds und der Vernichtung eines einzigartigen Biotops. Mehr unter: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/2020/07/04/ratsversammlung-stimmt-fur-hotelprojekt-am-bahnhofswald/Foto: Jörg Pepmeyer
Besetzer mit Baumpodest – Foto: Jörg Pepmeyer
Nach Auffassung der Stadt Flensburg kein schützenswertes Quell- und Feuchtgebiet im Bahnhofswald. Nach Auffassung des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sehr wohl. Dazwischen ein markierter Baum, der für die Fällung vorgesehen ist. – Foto: Jörg Pepmeye
Der Hotel-Investor lässt durch einen Angestellten eilig sein Revier markieren.
Claus Kühne, direkter Anwohner und BI-Aktivist im Interview mit einer Journalistin des shz.
Helmreich Eberlein im Gespräch mit Claus Kühne und LINKE-Ratsfrau Gabi Ritter. Sie diskutieren die aktuelle Rechtslage. Noch darf nicht gerodet werden, da der Wald offiziell noch nicht entwidmet ist. Gegen den geplanten Bau von Hotel und Parkhaus im Bahnhofstal wird die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg Klage erheben. Dafür hat sie ein Crowdfunding gestartet, das zur Finanzierung einer Normenkontrollklage beitragen soll. Wer das Ziel der Initiative unterstützen und sich am Crowdfunding beteiligen möchte, findet weitere Informationen unter: https://www.startnext.com/bahnhofswald-flensburg-retten

„Redd de Bahnhoffsbööm“ – Baumbesetzung am Flensburger Bahnhof

Dazu die Stellungnahme der BaumbesetzerInnen:

In der Nacht auf den 1.Oktober 2020 haben wir Bäume im Bahnhofswald erklettert und besetzt. Die mit dem ersten Oktober beginnende Rodungssaison ist – jedenfalls für einen Großteil der Bäume, die dem Hotel- und Parkhausneubau weichen sollen – eine akute Bedrohung. Uns geht es mit unserer Aktion nicht ausschließlich um die zum Teil über 150 Jahre alten Bäume, sondern um eine insgesamt vollkommen verfehlte Verkehrs- und Klimapolitik und eine Stadtentwicklung, die die Interessen der Einwohner*innen und der zukünftigen Generationen ignoriert.

Hiermit solidarisieren wir uns mit den Beschützer*innen des Dannenröder Waldes, in welchem ab heute Bäume auf über 60 Hektar Fläche ihr Leben für die Autobahn 49 lassen sollen.

Mit Plattformen und Transparenten, dicken Schlafsäcken und Kletterseil ausgestattet stellen bzw. hängen wir uns den geplanten Fällungen in den Weg. Wir könnten an dieser Stelle lange Ausführungen zu Ahorn und Linde, zur Hanglage, zu Fledermäusen und zur Quelle auf dem Gebiet zwischen Post, Bahnhof und Schleswiger Straße schreiben. Aber die Argumente sind im Grunde allen bekannt und wer vor dem Areal steht und dort ernsthaft ein potentielles Baugrundstück und nicht ein offenkundig erhaltens- und schützenswertes Biotop mitten in der Stadt sieht, der oder die hat Umwelt- und Klimaschutz nicht verstanden.

Wir halten die krampfhafte Ausrichtung der Stadtpolitik auf Wachstum für falsch. Dass dabei vielerorts die Interessen der aktuellen Bewohner*innen Flensburgs auf der Strecke bleiben, sehen wir nicht nur neben der Post. Obwohl es einen Mangel an Fußballplätzen gibt, wurde der Fußballplatz des VfB Nordmark abgerissen, Bäume sollen gefällt und daraus Baugrund gemacht werden. Ein Bauwagenplatz auf dem Handwerker*innen und Künstler*innen leben soll den Bauvorhaben ebenfalls weichen. Die Baubranche Flensburgs hat offensichtlich Vorrang vor unrentablen Projekten, die die Stadt lebenswert und einzigartig machen.

Und auch an weiteren Orten in der Stadt wird es offensichtlich, so sollen auch am Museumsberg Bäume gefällt werden, damit Tourist*innen einen besseren Blick auf die Förde haben. Maßnahmen wie diese, ausgerichtet nicht an den Wünschen der Menschen, die hier leben, sondern an den vermeintlichen Wünschen geldbringender Reisender, sind an Absurdität schwer zu überbieten.

Flensburg braucht nicht mehr Parkplätze, denn der motorisierte Individualverkehr ist – auch elektrisch – kein Zukunftsmodell. Die Fixierung auf den Autoverkehr zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sogar kleinste Verkehrsberuhigungen wie beispielsweise in der Norderstraße nur halbherzig und zögerlich umgesetzt werden. Der dort geplante Poller wird nur außerhalb der Geschäftszeiten den Verkehr regulieren und damit den Autoverkehr tagsüber nicht oder allenfalls wenig reduzieren. Wir brauchen stattdessen eine autofreie Innenstadt und einen ordentlich ausgebauten und kostenlosen ÖPNV.

Und Flensburg braucht auch nicht mehr Tourismus. Es war diesen Sommer wieder spürbar: An warmen Sommertagen sind Innenstadt und Hafenspitze überfüllt. Mehr Hotelbetten machen die Innenstadt nicht größer. Es sollte stattdessen darum gehen, die Schönheit dieser Altstadt vor allem für die Menschen die dort leben zu erhalten statt sie zu optimieren als Gelddruckmaschine. Mehr Tourismus bedeutet auch steigende Quadratmeterpreise und eine aussterbende Innenstadt, weil das Leben dort unbezahlbar wird. Schon jetzt vertreibt die Gentrifizierung beispielsweise kinderreiche Familien und Student*innen-WGs aus der Innenstadt – nicht weil es keine ausreichend großen Wohnungen gäbe, sondern weil die bestehenden zu teuer vermietet werden.

Deshalb: Besetzt die Bäume, ob in Flensburg, im Danni oder Hambi, in Keyenberg, im Teutoburger Wald, im Steigerwald oder in Rumänien, wo die letzten Urwälder gefährdet sind. Bis alle Wälder bleiben!

Kontakt:

rodung@nirgendwo.info

Twitter: @boomdorp

Weitere Informationen:

Zum Flensburger Bahnhofswald: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/
Zur Besetzung im Dannenröder Wald: https://waldstattasphalt.blackblogs.org/
Zum Hambacher Forst auf https://hambacherforst.org/
Zur Besetzung in Keyenberg auf https://unserallerwald.noblogs.org/ bzw https://twitter.com/UnserAllerWald
Zum Teutoburger Wald auf https://www.pro-teuto.de/
Zum Steigerwald auf https://twitter.com/keinhektarmehr
Zu Rumänien: https://www.robinwood.de/pressemitteilungen/protest-gegen-zerstörung-rumänischer-urwälder-für-stromtrasse

Bahnhofswald Flensburg – Der Widerstand geht in eine neue Phase

Crowdfunding für Klageverfahren gestartet!

Gegen den geplanten Bau von Hotel und Parkhaus im Bahnhofstal wird Klage erhoben. Die Bürgerinitiative Bahnhofsviertel Flensburg hat ein Crowdfunding gestartet, das zur Finanzierung dieser Klage beitragen soll. Eine juristische Vorprüfung hat bereits stattgefunden. Sie führte zum Ergebnis, dass für ein Normenkontrollverfahren ausreichende Erfolgsaussichten bestehen. Die Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt des Waldes und die Einhaltung aller bestehenden Gesetze zum Arten- und Biotopschutz. Letztere würden durch das vorliegende Bauprojekt in empfindlicher Weise verletzt.
Wer das Ziel der Initiative unterstützen und sich am Crowdfunding beteiligen möchte,findet weitere Informationen unter: https://www.startnext.com/bahnhofswald-flensburg-retten

Flensburg blüht und ist „In Bewegung“

Der so freundliche Moritz vom Offenen Kanal, war vor einer Woche mit uns auf dem Südermarkt und hat nun wie versprochen in die heute erschienene Folge von

„Flensburg Aktuell“ einen kleinen Bericht eingefügt. 

.https://www.youtube.com/watch?v=s1h8U23w9X0
> ab 18:40 Min > Flensburg in Bewegung = FliB

GS

Termine:

Mit vereinten Kräften – Flensburger Bürgerinitiativen schließen sich zusammen

Erster gemeinsamer Auftritt des Netzwerks am Freitag, den 28.8. zwischen 15 und 18 Uhr auf dem Südermarkt

Flensburg in Bewegung, kurz FLIB, so heißt das neu gegründete Netzwerk engagierter Flensburger BürgerInnen.
Bei der Aktion auf dem Südermarkt kann man sich über Themen des Netzwerks informieren oder auch an offenen Gesprächsrunden teilnehmen. Flensburg hat eine lange Tradition des bürgerschaftlichen Engagements. Es gibt Vereine, Stadtteil-Vereine, Ortsgruppen überregionaler Vereine, Bürgerforen und Bürgerinitiativen. Derzeit allerdings läuft die Kommunikation dieser Initiativen mit der Verwaltung und Teilen der Politik alles andere als gut. Die Art und Weise, wie stadtplanerische Entwicklungen und Vorhaben durchgesetzt wurden, hat unter den engagierten Gruppen eine zunehmende und aktuell eskalierende Frustration ausgelöst. Das Netzwerk fordert deshalb mehr Transparenz, gründlichere Argumentationsabwägung sowie bessere Beteiligungsmöglichkeiten bei Entscheidungen, die den zukünftigen Charakter der Stadt Flensburg bestimmen.

Außerdem wird kritisiert, dass auf die neuen Herausforderungen des Klimawandels nicht angemessen reagiert wird.

Wie soll Flensburg sich entwickeln? Wie wollen wir den städtischen Raum gemeinsam nutzen?

Und welche Fragen bewegen Sie und euch? – Schaut gern vorbei!

Mehr zum Anliegen der beteiligten Bürgerinitiativen auch in dem Beitrag: Flensburger Bürgerinitiativen verbünden sich – Scharfe Kritik am Handeln von Politik und Verwaltung unter: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/2020/07/13/flensburger-burgerinitiativen-verbunden-sich/

Streit um Bahnhofswald: Dr. Helmreich Eberlein kritisiert Darstellung von Oberbürgermeisterin Simone Lange in der Flensborg Avis

Quellgebiet und Biotop im Bahnhofswald: Die Stadt Flensburg bestreitet die Existenz einer Quelle und beruft sich auf eigene Gutachten. Das sieht das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) vollkommen anders und hat das Quellgebiet vor kurzem unter gesetzlichen Biotopschutz gestellt. – Foto: Dr. Helmreich Eberlein

Der Wald wird zerstört, und die Quelle wurde missachtet

Ein Leserbrief von Dr. Helmreich Eberlein, Mitglied der BI Bahnhofsviertel Flensburg

Am Samstag, den 15.8. konnten wir in Fl. Avis ein langes Interview mit Frau Oberbürgermeisterin Simone Lange lesen. Beim Thema Kritik kam sie auch auf die Auseinandersetzungen um den Bahnhofswald zu sprechen. Da wiederholte sie einen Vorwurf, den wir so auch von der CDU immer wieder gehört haben: Wir hätten behauptet, „der Wald solle abgeholzt werden“, und das sei doch ganz unredlich. Ich verwende dieses Wort nie, sondern rede bewusst davon, dass der Wald „zerstört“ oder „geopfert“  werden soll. Richtig ist ja, dass die allermeisten der 60 Bäume, die abgeholzt werden sollen, außerhalb des Stücks stehen, der offiziellen Waldstatus hat (auch wenn die Grenze nicht wirklich einzusehen ist, Waldklima gibt es in einem deutlich größeren Bereich).

Allerdings ist es auch um diese Bäume jammerschade! Und demonstriert es nicht, was vom Schutz durch die Baumschutzsatzung zu halten ist, auf den die Befürworter immer verweisen? Richtig ist auch, dass alle großen Bäume im Waldbereich zum Erhalt festgesetzt sind. Trotzdem wird der Wald als Lebensgemeinschaft entwertet und zerstört, wenn das gesamte Unterholz und Totholz dauerhaft entnommen, völlig andere Lichtverhältnisse herstellt werden und  damit ein anderes Biotop, und wenn zu erwarten ist, dass viele Bäume wegen der Schädigung der Wurzeln und des Wasserhaushalts im Hang eingehen werden.

Darüber hinaus umfasst das Habitat natürlich nicht nur den Teil, der offiziellen Waldstatus hat: Seit wann checken Fledermäuse und Vögel erst mal den Eintrag im Waldregister, wenn sie sich eine Wohnung oder Futter suchen! Insofern soll eben doch ein großer Teil des Habitats abgeholzt werden, vielleicht sogar der schönere und ökologisch wertvollere: hier liegt noch deutlich mehr wertvolles Totholz, hier ist das vielfältigere Gebiet. Wenn man Wald als Lebensraum auffasst, ist die offizielle Grenze willkürlich. Und es ist willkürlich, wenn sich Frau Lange und die CDU darauf versteifen, dass „der Wald“ ja nicht abgeholzt werden soll, und dabei verschweigen, was sie alles wirklich abholzen wollen!

Auf der letzten Ratsversammlung beantragte die WiF-Fraktion wegen des neu entdeckten Quellbereiches im Gebiet eine Verschiebung der Beschlussfassung, bis dieses Gebiet richtig bewertet und kartiert sei. Das wischte die Verwaltung vom Tisch mit dem Hinweis, zwei Fachleute hätten festgestellt, dass es sich nur um „gestautes Oberflächenwasser“ handele – sprich eine Pfütze. Heute wissen wir: es ist tatsächlich eine gesetzlich geschützte Quelle. Und beide Gutachter der Stadt hatten sich geäußert, ohne sich die Stelle überhaupt angesehen zu haben. DAS kommuniziert die OB nicht. Jetzt haben wir also einen Bebauungsplan, der aufgrund irreführender Aussagen der Verwaltung und auf falscher Grundlage beschlossen wurde. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Ratsversammlung das bieten lässt.

Hintergrund:

Siehe hierzu auch den Beitrag vom vom 30.07.2020: Flensburger Bahnhofswald: Mit Falschinformationen die Öffentlichkeit hinters Licht führen
unter: bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/2020/07/27/bahnhofswald-mit-falschbehauptungen-die-offentlichkeit-hinters-licht-fuhren/

In dem beschlossenen Bebauungsplan „Hauptpost 303“ findet die Quelle keine Berücksichtigung. Vor der entscheidenden Ratsversammlung am 25.06.20 wiesen Vertreter*innen der BI nachdrücklich auf dieses Feuchtbiotop hin, aber die Verwaltung wiegelte ab, man sprach sinngemäß von einer „Pfütze“.

Mehr dazu auch hier: Flensburger Bahnhofswald: Landesamt stellt Quelle unter Biotopschutz unter: https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/2020/08/07/landesamt-stellt-quelle-im-flensburger-bahnhofswald-unter-biotopschutz/

Zum gleichen Thema auch ein Beitrag vom 18.06.2020: Feuchtgebiet und Quellen im Bahnhofswald: Mögliches Aus für den B-Plan Hauptpost und das Hotelprojekt? unter:  https://bahnhofsviertelflensburg.wordpress.com/2020/06/18/feuchtgebiet-und-quellen-im-bahnhofswald-mogliches-aus-fur-den-b-plan-hauptpost-und-das-hotelprojekt/

 

Schützenswertes Biotop: SSW will Kompromiss im Bahnhofswald

Susanne Schäfer-Quäck: „Parkhaus an anderer Stelle realisieren“

Pressemitteilung des SSW: Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hatte bislang in seinen schriftlichen Stellungnahmen kein schützenswertes Biotop im Bahnhofswald erkennen können. Diese Auffassung hat das Landesamt gegenüber der Stadt geändert, weil eine Quelle im Wald entdeckt wurde. Oberbürgermeisterin Simone Lange teilte der Ratsversammlung heute per Mail mit, dass im Bahnhofswald ein schützenswertes Biotop anerkannt sei.

Susanne Schäfer-Quäck

SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck: „Über die Konsequenzen dieses Befundes für den Bau des Hotels und des Parkhauses müssen wir uns jetzt dringend unterhalten. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir einen Ausweg finden. Die SSW-Fraktion hatte nämlich bereits vor der letzten Abstimmung eine Trennung der Vorhaben vorgeschlagen: Hotel wie geplant, aber die Parkmöglichkeiten sollten im Zusammenhang mit dem neuen Gebäude am derzeitigen Standort der Feuerwache realisiert werden.“ In den weiteren Beratungen sollte der Vorschlag zum Zuge kommen. „Der SSW hat sich immer konstruktiv um einen Kompromiss bemüht, der sowohl den hiesigen Investoren als auch den ökologischen Gegebenheiten gerecht wird.“