Illegale Selbstjustiz am Bahnhofswald

Presseerklärung der BI Bahnhofsviertel Flensburg
19.02.2021

Leben wir hier in Deutschland? Oder im Brasilien Bolsonaros? Heute kann man ins Zweifeln kommen: Die Investoren am Bahnhofswald versuchten mithilfe einer Privatarmee ihre privaten Interessen mit Gewalt durchzusetzen! Vorbei an der Polizei und an der Verwaltung der Stadt Flensburg.

Polizei zwischen Sicherheitsdienst und Demonstrierenden. Früh am Morgen wurden Tatsachen geschaffen.

Sie nahmen dabei in Kauf, was die verantwortlichen Politiker:innen unbedingt vermeiden wollten: Einen Super-Spreading–Event im Corona-Hotspot Flensburg, dem schlimmsten Verbreitungsort der hochansteckenden britischen Corona-Variante in ganz Deutschland. Und erwartungsgemäß passierte genau das! Binnen kürzester Zeit formierte sich eine riesige Menschenansammlung: Der etwa hundertköpfige Sicherheitsdienst, Baumfäller:innen, dann die Polizisten:innen und eine stetig wachsende Zahl von Demonstranten:innen und Aktivist:innen. Größtenteils gab es wenig oder keine Sicherheits-Abstände!

Gut, dass wenigstens die Stadt und die Polizei schließlich eingriffen durch die Verfügung eines sofortigen Baustopps. Aber da waren bereits etliche Bäume gefällt, zahlreiche Bäume durch Ansägen im ganzen Umfang ermordet und instabil gemacht. Darunter sind mehrere Bäume, auf denen Baumhäuser sind mit Menschen darin.

Mit dieser Wahnsinnstat haben die Investoren eindeutig demonstriert, dass ihnen Menschenleben genauso schnuppe sind wie Bäume, und dass ihnen ihre finanziellen Interessen wichtiger sind als der Respekt vor dem Rechtsstaat, der ja Selbstjustiz verbietet; sie ist strafbar! Von der geplanten Vernichtung des wertvollen Biotops ganz zu schweigen.
Als Kollateralschaden ist von den „Sicherheitskräften“ die gesetzlich geschützte Quelle zertrampelt worden – auch das ist strafbar!

Dabei war das ganze Vorgehen völlig umsonst, denn ein Baubeginn wäre sowieso bereits jetzt illegal gewesen: auch im Februar dürfen zumindest die großen Bäume, auf denen Fledermäuse sitzen könnten, nicht gefällt werden. Die verhindern jetzt schon jede Bautätigkeit.

Christiane Schmitz-Strempel/Günter Strempel (Sprecherin und Sprecher der BI Bahnhofsviertel Flensburg)

Viele der Mittelgroßen Bäume wurden unten so angesägt, dass sie unweigerlich sterben und Umsturzgefährdet sind.
Dis Situation am Morgen. Auch hier Polizei zwischen Sicherheitsdienst und Demonstrierenden.
Im Auftrag der Investoren niedergerissenes Baumhaus. Fahrlässig und gefährlich.

Ein Gedanke zu „Illegale Selbstjustiz am Bahnhofswald

  1. Bravo, richtig so… wer iim Bereich der Illegalität fremdes Eigentum besetzt, braucht jetzt nicht zu jammern!
    Dieser Müll im Wald ist viel zu lange akzeptiert worden.
    Und wenn man sieht wie diese „Berufsdemonstranten“ in den Bäumen sitzen, frag ich mich sowieso wie dss mit Corona und Abstand zu vereinbaren ist… da braucht keiner jetzt jammern über nen Super-Spreading–Event!

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